Planung eines Hotelneubaus auf dem Belvedere- Platz in Brühl

Die in den letzten Tagen von Brühler Bürgern und Printmedien stark diskutierte Hotelbau-Planung auf dem Belvedere Platz wird von der Ortsgruppe der Brühler Piratenpartei mit großem Interesse und gleichzeitiger Besorgnis betrachtet.
Mit der von einigen Brühler Politikern quer durch die Parteilager favorisierten Lösung für ein Hotel auf dem Belvedere-Parkplatz sehen die Brühler Piraten keine direkten Vorteile für die Brühler Bürger.
Bauästhetisch droht Brühl „ein dicker Klotz“ im historischen Stadtbild.

Der Brühler Piratenpartei missfällt die manipulative Handhabung der vor Jahren im Brühler Rat beschlossenen „Innenstadtrahmenplanung“. Nicht zuletzt die durch die Lokal-Medien publik gewordene Auffassung des Brühler Planungsdezernenten Gerd Schiffer, zu dieser „Innenstadtrahmenplanung“ gehöre als beschlossene Vorgabe der Bau eines Hotels, was nun „lediglich umgesetzt“ werde (Kölner Stadt-Anzeiger vom 13.02.2014), weisen die Piraten in Brühl mit dem Hinweis zurück, dass keine „Rahmenplanung“ eine unhinterfragbare und nicht modifizierbare Faktenlage sein darf. Daher lehnen die Piraten in der Sache „Belvedere“ jede Haltung ab, die meint, in der Vergangenheit gefasste Vorschläge seien unaufhaltbare Selbstläufer.

Die Brühler Piraten irritiert insbesondere die völlig haltlose, naive und finanzpolitisch unprofessionelle „Idee“, ein Hotel im gehobenen Segment für französische Touristen fehle in Brühl. Die mit einem Bauvorhaben dieser Größenordnung einhergehende Verkehrs- und Parkplatzproblematik wird für die Innenstadtbewohner überdies über Jahre extrem belastend sein. Erhoffte Mehrumsätze für den Innenstadthandel bleiben höchst spekulativ. Der Haupt-Standort für die seit Jahrzehnten auf dem „Belvedere“ stattfindenden Kirmessen wäre unrettbar verloren; damit auch die Ausgaben der durch diese Volks-Events nach Brühl kommenden Besucher aus der Region. Wo zudem der Vorteil für Brühler Bürger aus Vochem, Eckdorf oder Heide begründet liegen soll, entzieht sich den Brühler Piraten jeder Vorstellung.

Statttdessen favorisieren die Piraten eine klare Bürgerbeteiligung in der Frage des „Was“ bezüglich eines solchen Projektvorhabens, dass an Nachhaltigkeit im Gegensatz zu profitorientierten Schnellschüssen, an finanzieller Machbarkeit und vor allem einem sozio-kulturellen Mix aus Wohnbebauung und Ansiedlung kultureller Projekte und Gastronomien als Innenstadt-Aufwertung orientiert ist.

Die Piratenpartei Brühl sieht eine im Sinne aller Brühler zu unterstützenden Neugestaltung des „Filetstücks Innenstadt“ zunächst eher in der öffentlichen Debattierung folgender Punkte:

1. Die Erhaltung und Schaffung von Raum für Veranstaltungen und Ausstellungen im Bereich von Kunst und Kultur nach dem Wegfall von „Orangerie“ und „Rathaus-Galerie“. Die Rathaus-Galerie soll noch in diesem Sommer wieder für Ausstellungen genutzt werden. (Erst „Wegfall“ dann „Wiedernutzung“ der Rathaus-Galerie? Das widerspricht sich…wie ist der derzeitige Stand? Ist die Wiedernutzung im Sommer beschlossene Sache?)
2. Verrottender Leerstand in städtischem Besitz, wie entweder das „Max-Ernst-Kabinett“, das „Puddinghaus“ in der Burgstr. 7 oder die Villa Kaufmann, sollte für ein Projekt „Haus der Kultur“ unter der Administration verdienter Brühler Kulturschaffender mit städtischer Unterstützung freigegeben werden.
3. Die konfessionsunabhängige Einrichtung einer Begegnungsstätte für Menschen jeden Alters und jeder Nationalität.
4. Die Gründung einer Jugendherberge bzw. eines Hostels im bezahlbaren Segment in der zentralen Innenstadt Brühls in vorhandenem Leerstand in städtischem Besitz, wie Villa Kaufmann oder „Puddinghaus“ am Belvedere-Platz.

Die Piraten

Brühl, 16.02.2014