Den Naturschutzverbänden wurden keinerlei Zugeständnisse gemacht

Im gesamten Moderationsverfahren wurde der Bestandsschutz
stillschweigend akzeptiert – aber für das Phantasialand, nicht für die
Naturschutzgebiete!

Der Beschluss des Regionalrats ist ein einseitiges Zugeständnis an das
PHL. Parkdirektor und Kenter fordert eine schnelle Umsetzung dieses
Beschlusses. Warum eigentlich? Der Regionalrat gesteht dem PHL nur das
Recht auf eine Erweiterung zu – nicht aber die Pflicht zum sofortigen
Ausbau.

Das Moderationsverfahren hat nichts Neues gebracht. Herr Kenter bestand
auf der Durchsetzung seiner Interessen und zeigte sich in keiner Weise
kompromissbereit. Durch eine voreilige Pressemitteilung erweckte er
bereits am Anfang des Moderationsverfahrens in der Öffentlichkeit den
Eindruck, die Erweiterung sei schon beschlossene Sache und könne sofort
kommen.

Den Naturschutzverbänden wurden keinerlei Zugeständnisse gemacht.

Hier läuft seit langem etwas gründlich schief: Das Phantasialand hat
sich auf einer rekultivierten Fläche des Braunkohlebergbaus in der
Nachbarschaft eines Wohngebiets als kleiner Märchenpark angesiedelt.
Diese Fläche war an sich schon Ausgleichsfläche für die Nutzung weiterer
Bergbaugebiete. So hätte es bleiben können. Im Laufe der Jahre wandelte
sich der beschauliche Märchenpark zum heutigen Freizeitpark mit lauten
Fahrgeschäften. Ein solcher Park in einem Wohngebiet hätte niemals
genehmigt werden dürfen. Auch der damalige Regierungspräsident Lindlar
(CDU) schlug am Ende der Mediationsgespräche eine Verlagerung des
Phantasialands vor.
(Quelle: Rhein-Erft-Rundschau 16.8.2010)

Aber anstatt die Fehlentscheidung zu korrigieren und den Freizeitpark an
einen geeigneten Standort umzusiedeln, soll jetzt die Natur umziehen!

Und wofür das alles?

Generationen von Bürgern haben sich für den Schutz der Ville
eingesetzt. Dies muss auch eine der wichtigsten Aufgaben der Brühler
Volksvertreter sein. Sie ist Naherholungsraum der Brühler und trägt
wesentlich zu unserer Lebensqualität bei.

Mit der Erweiterung des Gewerbes im Gebiet des Brühler Ville-Waldes
droht ein bundesweiter Präzedenzfall, in dem ein Naturschutzgebiet aus
kommerziellen Interesse geopfert wird. Zwischen Natur und Kommerz muss
eine Balance gefunden werden. Wohlstand darf sich nicht nur finanziell
definieren. Eine nachhaltige Definition von Wohlstand muss Gesundheit,
Zukunftsplanung und eine gesunde naturale Umwelt beinhalten.